Warum Low Carb für mich die beste Diätvariante ist

Warum Low Carb für mich die beste Diätvariante ist

Eine kalorienreduzierte Low Carb Diät ist eine der verbreitetsten Ernährungsformen von Menschen mit dem Ziel Gewicht zu verlieren. Warum Low Carb auch meiner Meinung nach für viele Menschen (einschließlich mir selbst) hierfür eine ausgezeichnete Herangehensweise ist, darauf möchte ich in diesem Artikel eingehen.

Ganz wichtig bereits vorab zu erwähnen ist mir, dass eine kohlenhydratreduzierte Ernährungsweise nicht gleich eine Crash-Diät mit dem Ziel der Gewichtsreduzierung sein muss. Es kann durchaus auch aus verschiedenen gesundheitlichen Gründen Sinn machen, die Zufuhr von Kohlenhydraten zu limitieren, ohne abnehmen zu wollen. Genauso ist natürlich eine langsame Gewichtsreduktion durch schrittweise Reduktion der Kohlenhydrate möglich.

Um Dir meine Sichtweise auf das Thema näherzubringen, will ich Dir in diesem Artikel erläutern, was Low Carb aus meiner Sicht überhaupt bedeutet, wie sich eine Low Carb Diät von anderen Diäten unterscheidet und wo die Vor- aber möglicherweise auch einige Nachteile dieser Diätvariante liegen.

 

Was bedeutet Low Carb überhaupt

Low Carb bedeutet zuerst einmal schlicht und ergreifend „wenig Kohlenhydrate“. Wie wenig das jetzt genau sein soll, da gibt es eine ganze Menge verschiedener Ernährungskonzepte, mit den verschiedensten Regeln. Das sind jedoch alles Sub-Konzepte, mit denen ich mich jetzt nicht befassen will.

Was für mich Low Carb bedeutet, ist ganz einfach, dass die Zufuhr von Kohlenhydraten reduziert wird. Die ist in vielen Fällen einfach der sinnvollste Schritt, weil hier am meisten (unnötige) Kalorien eingespart werden können. Warum das genau so ist, dazu komme ich später noch einmal.

Wer sich daran auf eine einfache Weise einmal versuchen möchte, kann das zum Beispiel mit einem leichten ersten Schritt dadurch tun, keine Kohlenhydrate am Abend mehr zu essen. Wer nur sehen will, dass es funktioniert, probiert es einfach aus. Wenn Du verstehen willst, warum das so ist, dann lies den verlinkten Artikel. 😉

 

Basics: Woraus besteht Nahrung eigentlich?

Damit Du verstehst, warum Low Carb einfach am meisten Sinn macht, solltest Du zuerst einmal verstehen, woraus Nahrungsmittel (stark vereinfacht) aufgebaut sind. Theoretisch gesehen ist unsere Nahrung, egal in welcher Form, nämlich ziemlich simpel.

Sie besteht aus den drei Makronährstoffen Fetten, Eiweißen und Kohlenhydraten. Diese allein können für die Energiegewinnung genutzt werden. Dazu kommen Ballaststoffe (die mehrheitlich den Kohlenhydraten zugeordnet werden) und sogenannte Mikronährstoffen. Letzteres sind Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Dann ist selbstverständlich Wasser (von dem die meisten zu wenig trinken) noch Bestandteil der Nahrung. Das war es dann auch eigentlich schon. Zumindest ist das im Kern alles, womit unser Körper etwas anfangen kann.

Wieso Low Carb am einzig verzichtbaren Baustein Deiner Ernährung ansetzt

Typische Vertreter der drei Makronährstoffgruppen

Für Deine Diät bedeutet das:

Wenn Du die Zufuhr eines oder mehrerer Makronährstoffe reduzierst, dann nimmst Du auch weniger Kalorien zu Dir. Kommst Du dadurch schließlich unter Deinen Kalorienbedarf, dann nimmst Du ab.

 

Warum Low Carb – Bedeutung der Makronährstoffe

Warum sollte jetzt aber ausgerechnet auf die Kohlenhydrate verzichtet werden? Die kurze und klare Antwort ist, dass Du sie als einzigen Makronährstoff nicht unbedingt brauchst.

Mit Eiweißmangel ist definitiv nicht zu spaßen und die meisten Menschen nehmen ohnehin zu wenig Proteine (und damit lebensnotwendige essentielle Aminosäuren) zu sich. Besonders in einer Diät, wenn Du Deine Muskeln definieren und für maximalen Muskelerhalt in der Diät sorgen willst, solltest Du auf eine ausreichende Zufuhr achten. Am besten versuchst Du das auch durch Dein Essen und nicht nur mit Proteinshakes. 😉

Fett ist ebenfalls ein lebensnotwendiger Nährstoff für Deinen Körper. Die essentiellen Fettsäuren werden für Hormone, Enzyme und diverse Stoffwechselprozesse in Deinem Körper benötigt. Aus diesem Grund kann es sogar gefährlich werden, wenn jemand in einer Diät primär versucht auf fettarme Ernährung zu setzen. Insbesondere Omega 3 Mangel ist sehr verbreitet. Hier kannst Du, also auch nur bis zu einem gewissen Grad, Deinen Konsum einschränken.

Wie sieht es aber nun mit den Kohlehydraten aus? Diese werden tatsächlich nur als Treibstoff, also zur reinen Energiegewinnung genutzt. Versteh mich jetzt nicht falsch, dafür sind Kohlenhydrate wirklich perfekt geeignet. Besonders das Gehirn arbeitet am allerliebsten mit Kohlenhydraten. Faktisch macht das die Kohlenhydrate jedoch auch ersetzbar.

 

Warum Low Carb noch so gut funktioniert

Spätestens jetzt weißt Du, dass Fett und Eiweiß essentiell, also lebenswichtig sind. Kohlenhydrate dagegen nicht. Im ersten Moment fand ich das unglaublich, weil scheinbar unser gesamtes Nahrungsangebot zum Großteil aus Kohlenhydraten besteht. Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis, Müsli, Chips, Pommes, Kekse, Gummibärchen, alle diese leckeren Lebensmittel enthalten primär eine Menge Kohlenhydrate.

Wenn Du Dir die vorhergehende Liste jetzt noch einmal anschaust, dann werden Dir vielleicht auch gleich einige vermeintlich ungesunde Lebensmittel auffallen. Wenn Du jetzt ganz bewusst Deine Kohlenhydrate reduzierst, dann wirst Du auf diese Lebensmittel ebenfalls vermehrt verzichten.

Es gibt jedoch auch ein paar Alternativen zu manchen dieser Produkte, die Dir den Übergang noch erleichtern können: Low Carb Brot, Low Carb Mehl-Ersatz und sogar Zuckerersatz gibt es.

Ein positiver Nebeneffekt ist übrigens, dass ein Ansatz wie Low Carb bei vielen Menschen auch zu einem insgesamt bewussteren Konsum und einer Auseinandersetzung mit Inhaltsstoffen führt. Ehrlicherweise ist es bei einem anderen Diät-Ansatz namens „If it fits your Macros“ oder kurz IIFYM ebenfalls der Fall. Warum Low Carb trotzdem besser ist als IIFYM.

Vor allem funktioniert Low Carb aber sehr einfach und zumindest bis zu einem gewissen Punkt auch sehr gesund und effektiv ohne, dass ständig Kalorien gezählt werden müssen. Ich empfehle Dir dennoch, Dich damit zu beschäftigen, wie viele Kalorien Du benötigst und welche Nahrungsmittel wie viele Kalorien haben. Das sichert Dir den Abnehmerfolg und hilft Dir allein schon zu besseren Entscheidungen, wenn Du gesund einkaufen möchtest.

warum low carb nicht langweilig sein muss

Low Carb muss absolut nicht langweilig sein!

 

Warum Low Carb trotzdem nicht immer die beste Lösung ist

Auch wenn ich der Auffassung bin, dass eine Reduzierung von Kohlenhydraten für die allermeisten Menschen die beste (weil einfachste) Herangehensweise ist, so bringt sie doch auch einige potentielle Nachteile mit sich. Aus diesem Grund kann es sein, dass sich Low Carb für Dich nicht als die beste Diät herausstellt.

So fällt der Verzicht auf Kohlenhydrate dem einen schwerer als dem anderen. Es gibt zwar mittlerweile einige echt gute Ersatzprodukte, wie kohlenhydratarme Eiweißriegel, weshalb ich unter anderem ein echter Proteinriegel-Junkie bin, aber einen echten Ersatz stellt das für viele trotzdem nicht dar. Das kann zu Verstimmungen und zu Abbrüchen der Diät führen. Wer es einfach nicht schafft eine bestimmte Diätart durchzuhalten, der sollte es vermutlich mit einem anderen Ansatz versuchen.

Dazu ist noch die Gefahr zu vieler Kalorien bei einer Low Carb Ernährung nicht zu unterschätzen. Sehr viele proteinhaltige Lebensmittel sind auch reich an Fett und Kalorien. Das kann letztlich bei einer unbedachten Herangehensweise sogar dazu führen, dass man trotz Low Carb zunimmt.

Ein weiteres Risiko ist ein Mikronährstoffmangel dadurch, dass bei einer undurchdachten Low Carb Diät auch auf Obst und viel Gemüse verzichtet wird, um die Kohlenhydrate einzusparen. Der eine oder andere versucht das durch Supplemente zu kompensieren. Das ist keine sinnvolle Herangehensweise. Obst und Gemüse sollten auch in einer Low Carb Diät gegessen werden.

Wenn Du diese Dinge beachtest, dann spricht jedoch nichts dagegen, dass Du Low Carb zumindest einmal ausprobierst.

 

Dein Fazit – Warum Du Low Carb versuchen solltest

Wie Du siehst, gibt es viele gute Gründe, warum Low Carb als Diätform so verbreitet und als effektiv bekannt ist. Dagegen spricht letztlich in erster Linie die häufige falsche Interpretation und eine undurchdachte Herangehensweise der Anwender.

Ich kann Dir deshalb nur raten, es einmal mit Low Carb zu versuchen, wenn Du einen einfachen und effektiven Ansatz suchst, um gesund Gewicht zu reduzieren. Mach es jedoch richtig, um sicherzugehen, dass Du die Diät durchhalten kannst und sie auch von Erfolg gekrönt ist. Dafür musst Du vielleicht das eine oder andere Mal Deinen inneren Schweinehund überwinden, doch es wird sich letztlich lohnen.

Nutze die Diät außerdem als Ausgangspunkt für eine langfristige Ernährungsumstellung, wenn Du mit den Folgen Deiner bisherigen Ernährungsgewohnheiten unzufrieden bist. Glaub mir: Diese Gewohnheiten zu ändern, ist durchaus möglich.

Also, worauf wartest Du noch? Möchtest Du zu den Menschen gehören, die immer wollten und nie angefangen haben, oder zu denen die angefangen und es geschafft haben?

 

Fitte Grüße

SigJahn2

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2 Kommentare

  1. Vielen Dank für den Artikel. Ich halte auch überhaupt nichts von Low-Carb. Ich halte es einfach nicht durch. Hast du hier Tipps für mich? Wie kann ich Low-Carb lange durchhalten? Ich habe gehört, dass man mit lowcarb viel erreichen kann…ist das wirklich so? ich bin mir da nicht so sicher. Auf einem anderen Blog namens kraftsportwissen.de und fitnessleben.com habe ich auch etwas dazu gelesen, war auch informativ, aber ich bin mir nicht sicher.

    Ich hoffe auf eine Antwort! Vielen Dank 🙂

    • Hi Torben,
      das ist letztlich vor allem eine Typ- und auch Gewohnheitssache. Ich kenne viele, die sich am Anfang schwer damit tun, ihre Kohlenhydrate stark zu reduzieren. Ich würde dann zuerst dazu raten, es langsamer anzugehen.
      Gleichzeitig solltest Du unbedingt darauf achten, dass Deine Eiweiß- und Fettzufuhr hoch genug ist, um die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen.
      Letztlich sind die Kohlenhydrate nun einmal der Nährstoff, auf den am ehesten verzichtet werden kann. Entscheidend ist jedoch letztlich, dass Du ein Kaloriendefizit erreichst. Das kannst Du auch durch die Reduktion der anderen Makronährstoffe erreichen. Du solltest dabei jedoch darauf achten, dass Du hier weiterhin Deinen Bedarf deckst, um möglichst viel Muskelmasse zu erhalten und Dein Immunsystem nicht in die Knie zu zwingen.
      Viele Grüße
      Jahn

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