Warum Training mit dem eigenen Körpergewicht besser ist als Training im Fitnessstudio

9 Gründe warum Training mit dem eigenen Körpergewicht besser ist als Training im Fitnessstudio

Training mit dem eigenen Körpergewicht hat durchaus einige Vorteile gegenüber dem Training mit Gewichten in einem Fitnessstudio. Im ersten Moment denkst Du vielleicht zuerst an die Nachteile; das muss jedoch nicht so sein. Auch wenn Du möglichst effektiv Muskelmasse aufbauen oder abnehmen und gezielt Deine Muskeln definieren willst, kann das Training mit dem Körpergewicht eine Option für Dich sein.

Immer wieder höre ich, dass man für ein effektives Training ein Fitnessstudio bräuchte. Training mit dem eigenen Körpergewicht könnte höchstens einmal als Notlösung dienen, um wenigstens ein bisschen zu trainieren, wenn gerade kein brauchbares Fitnessstudio in der Nähe ist. Ich gebe zu, dass ich selbst ein großer Freund vom Krafttraining mit schweren Gewichten bin. Ich habe jedoch auch in den vergangenen Jahren immer wieder über Wochen und Monate sehr effektiv ohne Gewichte trainiert.

Ich bin jedenfalls fest davon überzeugt, dass Bodyweight-Training eine echte Alternative zum Training im Fitnessstudio sein kann. Mit der richtigen Herangehensweise ist sogar Muskelaufbau mit dem eigenen Körpergewicht möglich. Du hast richtig gelesen: Davon einmal abgesehen, dass das naheliegende Kraftausdauer-Training hin und wieder Sinn machen kann, ist auch Hypertrophie-Training möglich. Mit etwas Kreativität und Übung kannst Du sogar mit dem eigenen Körpergewicht Deine Maximalkraft trainieren.

Eigentlich ist das Training mit dem eigenen Körpergewicht sogar nicht nur eine Alternative, sondern in vielerlei Hinsicht dem klassischen Krafttraining mit Gewichten überlegen. Es gibt einige Gründe warum das Training mit dem eigenen Körpergewicht dem Training in einem Fitnessstudio vorgezogen werden kann. Die für mich wichtigsten neun Gründe will ich Dir gerne hier vorstellen.

Wenn Du das gelesen, es Dir bewusst gemacht und eine Weile ausprobiert hast, wirst Du vielleicht danach gar nicht mehr in ein Fitnessstudio gehen wollen.

 

Warum überhaupt mit dem eigenen Körpergewicht trainieren?

Es kann verschiedene Gründe haben, warum Du Dich für das Training mit dem eigenen Körpergewicht entscheidest.

Vielleicht bist Du gerade unterwegs und Dein Fitnessstudio 1000km entferntNatürlich kannst Du Dir jetzt ein Fitnessstudio  suchen und in diesem trainieren. Der Autor Anchu Kögl zum Beispiel reist viel und trainiert trotzdem fast ausschließlich in Fitnessstudios, wie er mir einmal im Interview erzählt hat (Zum Interview mit Anchu Kögl). Du kannst aber auch einfach mit dem arbeiten, was Du immer dabei hast – mit Deinem Körper.

Vielleicht hast Du aber auch einfach gerade keine Möglichkeit in einem Fitnessstudio zu trainieren, weil alle erreichbaren Fitnessstudios gerade geschlossen haben.

In beiden Situationen entscheide ich mich fast immer für ein Bodyweight-Training. Wobei ich meist zumindest ein paar Tools, wie einen Slingtrainer und ein paar Therabänder bei mir habe, die ich bei ein paar Übungen für mein Hotelzimmer-Training zusätzlich einsetze.

Du kannst Dich jedoch auch ganz bewusst dafür entscheiden, ohne schwere Gewichte außerhalb eines Fitnessstudios zu trainieren. Immerhin gibt es einige Gründe, die dafür sprechen:

 

1) Die Fahrt/der Weg zum Studio kostet Zeit

Klipp und klar gesagt, wenn Du nicht in einem Studio trainierst, dann sparst Du Dir die Zeit hin zum Studio und zurück. In einigen Fällen kann da schon Mal eine Stunde oder länger zusammenkommen.

Zeit ist Geld. Bejamin Franklin (Ratschläge für junge Kaufleute, 1748)

Die wenigsten Menschen haben ein gut ausgestattetes Studio direkt in ihrem Haus und wenn Du viel unterwegs bist, dann bringt Dir das auch nichts. Ich kenne viele, die zu ihrem Gym 20 oder 30 Minuten brauchen. In der Zeit in der diese Leute ins Studio und zurück fahren habe ich mein Hotelzimmer-Workout bereits abgeschlossen.

Es liegt an Dir zu entscheiden, wie Du Deine Zeit nutzen möchtest. Jedoch bin ich mir ziemlich sicher, dass Dir spontan mindestens 20 Dinge einfallen wie Du Deine Zeit besser nutzen könntest als mit einer Fahrt zum Fitnessstudio. Tatsächlich ist „Keine Zeit für Sport“ nach wie vor die häufigst Ausrede, die ich höre.

 

2) Öffnungszeiten spielen keine Rolle

Wie oft ist es Dir schon passiert, dass Dein Fitnessstudio genau dann geschlossen hatte, als Du gerade Zeit und Lust zu Trainieren gehabt hättest? Wie oft kam es schon vor, dass Du früher aufhören musstest zu arbeiten oder etwas anderes zu tun, damit Du es noch rechtzeitig vor Ladenschluss zum Training schaffst? Mir ist beides schon mehrfach passiert.

Ja mein McFit hat (normalerweise) 24h am Tag geöffnet aber tatsächlich ist es nicht jedermanns Sache in einem McFit trainieren zu gehen. Darüber hinaus ist auch nicht bei jedem immer ein McFit in unmittelbarer Nähe. Zum Thema der Anfahrtszeiten verweise ich dann gerne nochmals auf den Punkt zuvor.

Beim Training mit dem eigenen Körpergewicht spielt das alles keine Rolle. Mein Körper hat keine Öffnungszeiten. Egal ob ich ganz früh am Morgen oder spät am Abend trainieren möchte, ein Bodyweight-Workout ist immer möglich.

 

3) Du musst keine Sachen mit Dir herumschleppen

 

Was nimmst Du alles mit, wenn Du ins Fitnessstudio gehst? Bei mir landen auf jeden Fall Sportsachen, Fitness-Handschuhe, Turnschuhe, aktueller Trainingsplan, Trainingshandtuch, Duschzeug, eine Trinkflasche, Zughilfen, ein Shaker mit Proteinpulver und frische Wechselklamotten in der Sporttasche. Das alles muss gepackt und zum Studio und zurück transportiert werden.

Wenn Du nirgends hingehst, dann musst Du logischerweise auch nichts mit Dir herumschleppen. Du sparst Dir also die Zeit und die Arbeit, die Du zum Beladen und Tragen Deiner Trainingsutensilien benötigst.

 

4) Du musst nicht für Geräte und Gewichte anstehen

Was findest Du am nervigsten an Fitnessstudios? Mich stört es ja am meisten, wenn ich an Geräten und Gewichten anstehen und warten muss, bis ich diese benutzen kann. Gerade wenn ich Kniebeugen oder Kreuzheben machen möchte, dann kann es schon einmal etwas dauern, bis ein Rack frei ist.

Gerade am Abend nach der Arbeit sind Studios meist total überfüllt. Dann stehe ich schon gerne einmal 5-10 Minuten an, bevor ich eine Übung machen kann. Manchmal muss ich mir dann eine Alternativübung suchen, damit meine Muskulatur nicht kalt wird oder ich nicht zu viel Zeit verliere. Dadurch weiche ich vom geplanten Training ab und es wird zudem (unnötig) in die Länge gezogen.

Das kann Dir nicht passieren, wenn Du nicht mit Geräten und Gewichten in einem Studio trainierst. Damit sparst Du Dir eine Menge Zeit und Nerven.

 

5) Du musst mit niemandem reden

Manchmal hat man einfach solche Tage an denen man mit niemandem sprechen möchte. Vielleicht hattest Du einen harten Tag oder bist einfach schlecht drauf. Das kommt bei jedem einmal vor. Im Fitnessstudio ist die Kommunikation mit anderen Studiobesuchern jedoch manchmal nicht so einfach zu vermeiden. Da trifft man jemand den man kennt oder wird einfach so von irgendwem angequatscht.

Ein Paar große Kopfhörer (z.B. die aus unserem Bluetooth Sportkopfhörer Test) sind ein gutes Abschreckungsmittel, helfen jedoch auch nicht immer. Obwohl ich keine Lust zu reden habe, will ich dann auch nicht unfreundlich sein und lasse mich zumindest kurz in ein Gespräch verwickeln.

Man kann nicht nicht kommunizieren.  Paul Watzlawic (Menschliche Kommunikation, 1969)

Gerade wenn Du es gezielt vermeidest mit anderen zu sprechen, dann kommunizierst Du damit auch. Das lässt sich nur vermeiden, indem Du Dich nicht unter Menschen begibst. Dafür eignet sich das Training mit dem eigenen Körpergewicht zuhause oder unterwegs äußerst gut.

 

6) Es ist völlig egal wie du aussiehst

Eigentlich bin ich sowieso der Meinung, dass man zum Training nicht laufstegfertig sein muss . Wenn Du jedoch jemand sein solltest, dem es äußerst wichtig ist, immer top auszusehen, wenn ihn jemand sehen könnte, dann kann das für Dich eine Herausforderung sein.

Damit wird jeder Fitnessstudiobesuch zu einem aufwändigen Ereignis. Ich kenne wirklich Leute, die duschen und stylen sich vor dem Training und danach natürlich (hoffentlich) noch einmal. Und dann wundert man sich, wenn man nicht genug Zeit für sein Training hat und nutzt Methoden wie Supersätze, um Trainingszeiteit zu sparen

Wenn Dich jedoch keiner sieht, dann ist es auch egal wie Du aussiehst. Bei Deinem Bodyweight-Training kannst Du einfach die Vorhänge zuziehen und dann sogar in Deiner Unterwäsche trainieren, wenn Du möchtest.

Dadurch sparst Du wieder eine Menge Zeit und außerdem auch noch schmutzige Wäsche. 😉

 

7) Du vermeidest das Theater beim ersten Studiobesuch

Dieser Punkt ist ziemlich spezifisch für meine vielreisenden Leser. Wenn Du immer am gleichen Ort trainierst, dann wird Dir dieses Problem eher weniger bekannt sein.

Gerade wenn Du jedoch viel unterwegs bist, dann musst Du in jedem neuen Studio die gleichen Schritte durchlaufen:

  • Erst einmal ein passendes Studio in Deiner Nähe finden
  • Mit dem Personal/Betreiber klären, dass du ohne ein langes Abo abzuschließen trainieren darfst (Tageskarte, Wochenkarte, Probetraining etc.)
  • Deinen Trainingsplan an die Gegebenheiten vor Ort anpassen

Wenn Du stattdessen unterwegs immer eine Trainingseinheit mit Deinem eigenen Körpergewicht absolvierst, dann kannst Du Dir dieses Theater und damit eine Menge Zeit und Nerven sparen.

 

8) Du sparst mit Bodyweight-Training eine Menge Geld

Die zuvor genannten Argumente gelten auch für das Training in einem Home-Gym. Dafür typischerweise benötigte Equipment ist jedoch schwer und benötigt eine Menge Platz. Vor allem ist es jedoch ziemlich teuer. Ich bin zwar davon überzeugt, dass Du Dir bereits für wenige hundert Euro ein solides Set an Homegy-Equipment zusammenstellen kannst, dennoch kannst Du von diesem Geld auch einige Mitgliedsbeiträge für ein Fitnessstudio bezahlen.

Beim Training mit dem eigenen Körpergewicht sparst Du Dir völlig die Kosten für Mitgliedsbeiträge und Equipment.

 

9) Training mit dem eigenen Körpergewicht ist funktional

Von funktionalem Training spricht man, wenn der Bewegungsablauf eine Bewegung des Alltags abbildet und damit einen direkten positiven Einfluss auf die Belastungen in unserem täglichen Leben hat. Mit diesem Training bereiten wir unseren Körper auf realistische körperliche Belastungsszenarien vor. Das ist ganz besonders bei den Grundübungen im Bodyweight-Training der Fall.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass funktionales Training mit dem eigenen Körpergewicht, wie Klimmzüge und Liegestütze Bestandteil jedes Trainingsplans sein sollte. Zumindest im Rahmen meiner Warmup-Routine habe ich die Übungen eigentlich immer in einer Variante eingeplant.

 

Die 9 Gründe das Bodyweight-Training dem Studiotraining vorzuziehen im Überblick:

  1. Du sparst eine Menge Zeit
  2. Öffnungszeiten spielen keine Rolle für Dich
  3. Du brauchst keine Sporttasche packen und mitschleppen
  4. Wartezeiten an Geräten bleiben Dir erspart
  5. Du brauchst mit niemandem zu reden
  6. Es spielt keine Rolle, wie Du aussiehst
  7. Du ersparst Dir das Theater des Erstbesuchs
  8. Du sparst eine Menge Geld
  9. Dein Training ist funktional

Das waren meine neun Vorteile vom Training mit dem eigenen Körpergewicht gegenüber dem Training in einem Fitnessstudio. Ich hoffe mit diesem Artikel konnte ich Dir ein wenig die Vorzüge vermitteln und Du hast jetzt erkannt, dass das klassische Gewichtsstraining bei Weitem nicht alternativlos ist.

Am Ende des Tages kommt es darauf an überhaupt etwas zu tun. Der Zeitvorteil wiegt für mich meist mit Abstand am schwersten. Entsprechend plane ich mein Training auch ein.

 

Buchempfehlungen zum Training mit dem eigenen Körpergewicht

Zum Abschluss dieses Artikels habe ich noch zwei, Bücher, die ich Dir zum Thema vorstellen will. Die folgenden Bücher kann ich Dir absolut empfehlen, wenn Du Dich weiter mit dem Training mit Deinem eigenen Körpergewicht beschäftigen willst. Gerade, wenn Du damit das Training in einem Fitnessstudio ersetzen möchtest oder musst, macht es Sinn Dich damit etwas intensiver zu befassen. Dabei solltest Du auf die richtigen Quellen zurückgreifen. Letztlich ist diese Art zu trainieren nämlich durchaus etwas anspruchsvoller.

 

Training ohne Geräte von Mark Lauren

Fit ohne Geräte mit dem eigenen Körpergewicht Buch von Marc Lauren

Eins der ersten Bücher zu dem Thema, das ich mir gekauft habe. Bis heute habe ich dieses Buch in meinem Regal stehen und ich schaue immer wieder etwas darin nach. Aus diesem langjährigen Amazon-Bestseller habe ich mir einige Übungen und Methoden abgeschaut und dazu genutzt, mir einen Ruf als fitter Unternehmensberater aufzubauen.

Mark Lauren ist überzeugt, dass wir nur ein Fitnessgerät benötigen und zwar unseren Körper, weshalb Fitnessstudios Geld- und Zeitverschwendung sind (Hier gibt es ein Interview mit ihm bei Stern.de).  Dieses Buch empfehle ich jedem, der anfangen möchte sich mit dem Bodyweight-Training zu beschäftigen.

Training ohne Geräte von Mark Lauren bei Amazon*

 

P.A.T. Bodyweight Training von Patrick Bauer

PAT Bodyweight Training eBook cover x250

Wenn Du Dich wirklich intensive aber auch effizient mit dem Bodyweight-Training beschäftigen willst, kann ich Dir außerdem das Buch von meinem Freund und Bloggerkollegen Patrick Bauer empfehlen. Ich kenne niemanden, der sich im deutschsprachigen Raum mit dem Training ohne Equipment so gut auskennt. Zu dem Buch gibt es über 85 Übungsanleitungen mit Videos und neun verschiedene Trainingspläne.

Aktuell bekommst Du, als mein Leser, sogar nochmal extra 15% Nachlass auf das Paket, wenn Du den Rabattcode „fitvolution“ eingibst.

Hier gehts zum P.A.T. Bodyweight-Training Buch*

 

Jetzt wünsche ich Dir noch viel Spaß bei Deinem Training, hoffe, dass Dir der Artikel geholfen und gefallen hat und Du bald wieder einmal hier auf dem Blog vorbeischaust.

 

Sportliche Grüße

SigJahn1

Und vergiss nicht: Deine Fitness ist Deine Gesundheit.

 

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3 Kommentare

  1. Hey Jahn!
    Bodyweight training rocks. Da sind wir uns einig. 😉
    Noch ein paar Vorteile: Du brauchst weder Equipment noch viel Platz. Ich trainiere öfter mal auf meinem 2,20 x 1,50 Balkon und das klappt prima und ist an der frischen Luft. Außerdem kannst du mit Bodyweight Training (z.B. in Form von HIIT Zirkeln) auch deine Ausdauer verbessern.
    Also an alle, die den Artikel grade lesen: Einfach mal Ausprobieren 🙂
    Sportliche Grüße
    Pat

    • Hi Pat,

      da hast Du Recht. Das ganze Equipment kann man sich mit Bodyweight-Training sparen.
      Etwas mehr Platz als auf Deinem Balkon nehme ich mir allerdings trotzdem ganz gerne. 😉

      Viele Grüße
      Jahn

  2. Super Artikel. Natürlich macht es auch Spaß mit Geewichten zu trainieren, aber das Training mit dem eigenen Körpergewicht ist eine tolle Alternative und reicht völlig aus um fit zu bleiben/ zu werden. Liebe Grüße

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