Form Follows Function – Warum funktionales Training Bestandteil jedes Trainingsplans sein sollte

Funktionales Training – wer hat davon noch nicht gehört? Ständig liest man drüber oder sieht Werbung, wo diese Trainingsform angepriesen wird.

Aber was ist diese Art des Trainings überhaupt?

Was steckt dahinter?

Warum solltest Du darauf nicht verzichten?

Und warum wird noch so häufig an Geräten trainiert?

Was ist funktionales Training?

Functional Training – so heißt es richtig. Wie so häufig kommt diese Trainingsvariante aus Amerika. Ende des letzten Jahrhunderts wurden bereits einige Konzepte entwickelt, die auf diesen Bewegungen basieren. Mark Verstegen entwickelte 1996 sein „Core-Training“, das auch als Buch erhältlich ist*.

Wie genau wird functional training definiert? Unterschiedlich. Es gibt keine genaue Definition.
Für die einen ist es sportartspezifisch, wie z.B. High Jumps für den Hochspringer. Andere sagen, dass die Übung mit der Alltagsbewegung übereinstimmen muss, also z.B. Sachen aus dem Einkaufskorb in den Schrank stellen oder eine Kiste aus dem Auto holen und ins Haus tragen.

Erst in der Physiotherapie, dann in der Fitness Branche.

Das Slingtraining, oft TRX-Training* genannt, hat seinen Ursprung in der Physiotherapie. Erst durch den Schlingentisch, später durch Training mit Seilen in der Rehabilitation.
Genauso ist das mit dem functional training. Die PNF-Muster (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation) werden heute von vielen Personal Trainern, sowie in Kursen, eingesetzt.

Was für die Therapie bei den Physios richtig ist, kann im Fitness Training nicht falsch sein! 😉

Grundsätzlich kann man das funktionelle Training so definieren, dass Übungen, sofern sie nicht durch Geräte geführt werden, einer Funktionalität dienlich sind. Einer Funktion für den Alltag, damit das Training einen positiven Einfluss auf unser Leben hat.

Functional Training Vs. Gerätetraining

Wenn es also wichtig ist, dem Alltag entsprechend zu trainieren, warum wird dann noch so oft an Geräten trainiert?

Wenn Du an ein Fitnessstudio denkst, hast Du sehr wahrscheinlich Kraftgeräte und Laufbänder vor Augen, richtig?

Auch wenn die vielen Clubs immer mehr Slingtraining in ihr Angebot integrieren, sowie Kurse mit funktionalem Training anbieten, ist das Trainieren an Geräten immer noch sehr beliebt.

Dies hat natürlich viele Gründe. Aber Vorsicht! Ein Grund muss nicht zwingend richtig für Dich sein.

Hier erst einmal die Vorteile für das Gerätetraining:

  • Rehabilitation. Geführte Bewegungen an Geräten sind von Vorteil nach einer Operation oder Verletzung. Hier fängt man langsam an, die betroffenen Strukturen wieder auf die Belastungen einzustellen.
  • Ausweichbewegungen. Diese sind an Geräten, sofern sie komplett geführt sind, nicht bzw. nur bedingt möglich, da die Bewegungsrichtung vorgegeben ist.
  • Fortschritte. Diese können sehr gut durch das Gewicht kontrolliert werden.

Vorsicht! Das Training an Geräten kann auch die falsche Wahl sein:

  • Anwendbarkeit. Das Training an Geräten ist nicht alltagstauglich. Nehmen wir als Beispiel das Gerät „Butterfly“. Hier wird die Brust trainiert, eingelenkig, über das Schultergelenk. Für den Alltag absolut sinnfrei, da diese Bewegung im Alltag nicht existiert. Lediglich für die Hypertrophie (Zunahme an Muskelmasse) hat dieses Gerät eine Daseinserlaubnis.
  • Spätfolgen. Wer an Geräten trainiert, trainiert in der Regel nur bestimmte Muskeln. Die bevorzugten Muskeln sind der Bizeps am Arm, der Brustmuskel und der Bauchmuskel (Sixpack). Die Optik spielt die Hauptrolle, über eventuelle spätere Folgen macht sich kaum jemand Gedanken. Dass durch einseitiges Trainieren Kontrakturen, Fehlhaltungen, Bewegungseinschränkungen und Schmerzen die Folge sein können, ist vielen nicht klar. Hör also auf Deinen Trainer und achte darauf, alle Muskeln zu trainieren!
  • Falscher Stolz. Man versucht sich mit den Freunden zu messen, immer mehr Gewicht zu drücken, als die Anderen. Dadurch überschätzt man sich leicht, die Übungsausführung leidet darunter und es kommt ganz schnell zu Schmerzen beim Training.
  • Erfolg. Du kannst mit Deinem Training nur erfolgreich sein, wenn Du kontinuierlich trainierst. Trainieren an Geräten bedeutet, dass Du an die Geräte gebunden bist. Zwar kannst Du, je nach dem wo Du Dich gerade aufhältst, in das nächste Studio gehen, aber die Geräte sind unterschiedlich (Gewicht, Übersetzung, Haptik), wodurch die Übungen eher schlecht gleich durchgeführt werden können.

Warum es von Vorteil ist, funktionales Training in den Trainingsplan zu integrieren

Grundsätzlich sind funktionelle Übungen immer dreidimensional. Keine (also fast keine) Bewegung ist im Alltag rein auf eine Bewegungsebene reduziert. Wir sind keine Roboter, wir drehen uns, wir machen mehrere Bewegungen gleichzeitig. Überlege einfach mal, wie der Ablauf Deiner Bewegungen ist, wenn Du Dir eine Hose anziehst.

Daher ist es wichtig, auch die Muskulatur dreidimensional, also dem Alltag angepasst, zu trainieren.

Die Übungen müssen alltagstauglich sein, aber das ist nur ein Grund.

Es gibt noch weitere Gründe, sich für das freie, funktionale Training zu entscheiden

Die Vorteile des funktionalen Trainings:

  • Bewegungsausmaß verbessern. Durch die verschiedenen Übungen werden die Gelenke endgradig bewegt, so, wie es für unseren Körper am besten ist.
  • Schmerzbeseitigung. Das regelmäßige Ausführen der Übungen behandelt bestehende Probleme und kann sogar zur Problembehebung führen.
  • Überall anwendbar. Fast jedenfalls. Natürlich gibt es Übungen, die einer gewissen Voraussetzung bedarf. Das Schöne allerdings am funktionalen Training, ist die Möglichkeit, auf andere Variationen auszuweichen.
  • Effektivität. Egal wie schwer Dein Körper ist, er ist definitiv schwer genug, um Dich ordentlich zu trainieren. Und je nach Anzahl der  Wiederholungen und Sätze, sowie die Art der Übungsausführung, kannst Du Dein Training jederzeit effektiv gestalten.
  • Mehr Aktivität. Um eine Übung zu absolvieren, müssen mehrere Muskeln aktiviert werden, denn diese stabilisieren Deine Haltung. Aber aufpassen! Bei unsauberer Ausführung kommt es sehr schnell zu Ausweichbewegungen. Trainiere also nicht ohne professionelle Unterstützung.
  • Spaß. Durch die hohe Dichte an Übungsvariationen und Trainingsmethoden ist es Dir möglich, jederzeit auf andere Möglichkeiten umzusteigen, um nicht die Lust zu verlieren.

Dein Fazit

Jetzt weißt Du, warum es immer von Vorteil ist, funktionales Training in Deinen Trainingsplan zu integrieren.
Ich bin einfach ein Fan von diesen Übungen und kann sie Dir sowohl als Fitness Trainer, aber auch als Physiotherapeut, guten Gewissens ans Herz legen.

Beachte aber bitte eines: Wenn Du Dich für functional training entscheidest, lerne die korrekte Ausführung beim Profi und ahme nicht einfach die Youtube-Videos nach. Dein Körper und Deine Gesundheit wird es Dir danken!

 

 

In diesem Sinne, bis nächsten Donnerstag,
Sig-Dustin-2
Vergiss nicht: Ob Training oder Ernährung, Deine Gesundheit steht immer an erster Stelle!

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