Wie Du noch besser mit Rückschlägen umgehen kannst

Mit Rückschlägen umgehen – Mein Hannover Halbmarathon 2019

Es ist manchmal gar nicht so einfach, mit Rückschlägen umzugehen, das ist mir vor kurzem wieder bewusst geworden. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, vor dem Hintergrund meines letzten Laufs, einen Blogartikel zu diesem Thema zu schreiben.

Gestern bin ich bei meinem ersten Halbmarathon und überhaupt meinem ersten Lauf über 20 Kilometern seit über 18 Monaten gestartet. Es war der erste längere Lauf nach meinen Fuß-Operationen im Oktober 2018. Nach welchen mir gesagt wurde, dass ich wahrscheinlich nie mehr (schmerzfrei) längere Distanzen laufen können werde.

Obwohl ich mir ursprünglich vorgenommen hatte, mich, sobald es geht direkt an meinem alten Halbmarathon-Rekord von 1:44:52 zu versuchen, musste ich diese Zielformulierung aus diversen Gründen bereits Monate vor dem Lauf auf eine realistischere Zielzeit von „Hauptsache unter zwei Stunden“ korrigieren.

Ich dachte, dieses Ziel wäre sicher, doch dann kam einiges anders, als geplant und ich bin letztlich mit 2:01:31 ins Ziel gegangen. Einerseits bin ich natürlich etwas enttäuscht, dass es nicht geklappt hat, andererseits bin ich aber auch wirklich froh, dass ich überhaupt wieder eine so lange Distanz ohne größere Beschwerden laufen kann.

Nichtsdestotrotz ist es trotzdem immer schwer, wenn man nicht an alte Rekorde anknüpfen kann. Aus diesem Anlasse möchte ich die Gelegenheit nutzen und Dir ein paar Dinge darüber erzählen, wie ich mir Rückschlägen umgehen gelernt habe. Ich hoffe, dass ich Dir damit helfen kann, wenn Du das nächste Mal nicht das schaffst, was Du Dir vorgenommen hattest. Davon solltest Du Dich nicht aus der Bahn werfen lassen. Mit dem richtigen Mindset bin ich davon überzeugt, dass Dir das auch nicht passiert. Dafür will ich Dir einige Tipps geben.

Doch zuerst will ich kurz darauf eingehen, wieso es nicht geklappt hat und was ich daraus gelernt habe.

 

Woran es lag, dass es nicht geklappt hat

Der Lauf war wunderbar, die Voraussetzungen waren fast schon perfekt. Bei 12 bis 18 Grad und Sonnenschein zeigte sich Hannover am Marathon-Tag wieder einmal von seiner schönsten Seite. Die Strecke führte wie immer an den Highlights der Stadt vorbei und es waren massig Zuschauer an der Strecke, die für noch mehr gute Laune und Motivation sorgten.

Warum hat es also mit der Zielzeit trotzdem nicht geklappt? Tatsächlich fallen mir eine ganze Menge Gründe ein. Dazu gehören die folgenden:

  • Ich bin noch immer zu schwer. In diesem Jahr ist meine Diät nicht so gut angelaufen wie geplant, was (zum Teil) auch mit dem nächsten Punkt zusammenhängt. Deshalb hatte ich beim Lauf etwa 4-5 Kilo mehr als geplant und 7 Kilo mehr als bei meiner Halbmarathon-Bestzeit.
  • 8 Wochen vor dem Lauf hatte ich zwei Wochen mit der Grippe zu kämpfen und habe danach noch eine weitere Woche sicherheitshalber mein Lauftraining pausiert.
  • Ich war diesmal nicht bereit bis an mein absolutes Limit zu gehen. Früher hätte ich das gemacht, doch genau deshalb hatte ich vor zwei Jahren mit Verletzungen zu kämpfen. Ich werde auch nicht jünger und muss lernen etwas schonender mit meinem Material umzugehen. 😉
  • Ich habe mich nicht an meinen eigenen Halbmarathon-Trainingsplan gehalten. Natürlich lag das auch an der Zwangspause, aber auch sonst muss ich gestehen, dass ich mich im Training viel zu häufig gerade vor den langen und langsamen Laufeinheiten gedrückt habe. Diese sind zeitaufwändig aber eben auch sehr wichtig.

Alles in allem sind dies (fast) alles Dinge, aus denen ich wunderbar lernen kann, was ich beim nächsten Mal besser machen kann und werde. Das bringt mich auch zu den Tipps, wie Du besser mit Rückschlägen umgehen kannst.

 

5 Tipps wie Du besser mit Rückschlägen umgehen wirst

Rückschläge gehören dazu, wenn Du große Ziele hast, die Du erreichen möchtest. Mit dem richtigen Mindset kannst Du mit jedem Rückschlag auf die eine oder andere Weise umgehen und Dich daraus weiterentwickeln. Es liegt dabei an Dir, was die richtige Herangehensweise für Dich ist. Einige Denkanstöße, die mir geholfen haben, mit solchen Dingen umzugehen, möchte ich Dir nachfolgend weitergeben.

 

1) Sieh jeden Rückschlag als eine Gelegenheit etwas zu lernen

Manchmal gewinnst Du und manchmal lernst Du etwas. Eigentlich hasse ich diesem Motivationsspruch inzwischen, weil er mir in letzter von verschiedenen Online-Marketern zu oft vor die Nase gehalten wird, um mir irgendwelche Coaching-Programme zu verkaufen. Tatsächlich ist aber viel Wahres daran.

In jedem Rückschlag gibt es immer etwas, woraus Du etwas lernen kannst. Manchmal musst Du etwas suchen, bis Du es findest. Bei meiner Verletzung vor zwei Jahren war das zum Beispiel der Fall. Vielleicht habe ich nichts gelernt, das mir dabei hilft meine alten Höchstleistungen noch weiter zu übertreffen. Ich habe jedoch, unter anderem, die Erkenntnis gewonnen, mehr auf die Leistungsgrenzen meines Körpers zu achten. Denn letztlich ist meine Gesundheit der wichtigste aller Gründe, warum ich regelmäßig Sport treibe.

 

2) Sei stolz auf alles was Du schaffst

Das gilt auch und besonders, wenn es nicht ganz so viel ist, wie Du Dir eigentlich vorgenommen hattest. Dennoch hast Du etwas geschafft. Wenn Du Dein bestes gegeben hast, dann solltest Du stolz auf Dich und das was Du geschafft hast. Die Konzentration auf diese positiven Errungenschaften hilft Dir eben diese noch mehr in den Fokus zu stellen und es damit zukünftig noch leichter Deinen inneren Schweinehund zu überwinden und Deinen Zielen näherzukommen.

Konzentriere Dich nicht auf das Negative, sondern auf das Positive, denn nur so hilft Dir Dein Unterbewusstsein, diese Dinge noch besser zu erkennen und davon zu profitieren.

 

3) Es gibt immer noch eine neue Chance

Wenn Du ein Ziel hast, dann ist es ganz normal, dass Du es vielleicht nicht auf den ersten Versuch erreichst. Doch es ist absolut in Ordnung, neu Anlauf zu nehmen und es noch  einmal zu versuchen. Du lernst aus dem letzten Versuch und machst es beim nächsten Mal noch besser. Wenn es Dir wirklich wichtig ist, dann solltest Du am Ball bleiben. Aber verrenne Dich nicht in Perfektionismus und mach auch einmal zwei, drei Schritte zurück. Manchmal macht es Sinn die Dinge neu zu überdenken, zu bewerten, andere Ansätze zu versuchen oder sogar grundsätzlich die Richtung zu ändern.

 

4) Manchmal musst Du alte Rekorde alte Rekorde sein lassen

Wer immer seinen alten Bestleistungen hinterherrennt, der wird irgendwann sehr unglücklich enden. Natürlich ist es schön, wenn Du immer wieder und wieder einen neuen persönlichen Rekord aufstellen kannst. Ab und zu kommen jedoch Dinge im Leben dazwischen. Dinge verändern sich. Irgendwann geht es auch einfach nicht mehr noch schneller, höher und weiter. Darauf solltest Du Dich einstellen.

Es können Dein Alter, Deine Lebensumstände oder einfach Deine Prioritäten sein, die sich verändern. Vielleicht geht es Dir jedoch auch wie mir und es ist eine Verletzung, die Dich aus der Bahn wirft. Alle diese Dinge sind möglich und sollten Deine Sichtweise verändern. Deine neuen Ziele solltest Du immer so setzen, dass sie einen erstrebenswerten aber auch erreichbaren Zustand abbilden. Erfreue Dich daran, dass Du alles gegeben hast.

 

5) Ein neues Ziel muss nicht immer größer sein

Wann hast Du zuletzt einmal etwas Neues versucht? Du musst nicht immer bei einer Sache bleiben und verbissen versuchen dort immer besser und besser werden. Es steht Dir frei, Dir auch neue Bereiche, neue Disziplinen und Sportarten zu suchen, um Dir dort neue Ziele zu setzen. Es gibt viele Bereiche, in denen Du ein Ziel finden kannst, das Dich antreibt.

Wenn das alte Ziel nicht mehr passt, dann versuch etwas Neues. Versuch etwas Anderes und erreiche hier etwas, das Du noch nie erreicht hast. Vielleicht ist das sogar viel besser, als das was Du ursprünglich verfolgt hast.

 

Wie ich jetzt mit meinem Rückschlag umgehen werde

Ich gebe zu, dass der Lauf an sich für mich eigentlich gar nicht so ein krasser Rückschlag war. Früher wäre das anders gewesen. Nach meiner Verletzung sehe ich jedoch viele Dinge anders. Ich bin in erster Linie froh, dass ich überhaupt wieder solche Strecken laufen kann und ich weiß, dass ich mich von hier wieder weiter verbessern kann und werde.

Mit Rückschlägen umgehen - Ziel nicht ganz erreicht und trotzdem glücklich

Die erste Enttäuschung war schnell der Freude und Dankbarkeit darüber gewichen, dass ich überhaupt wieder solche Strecken laufen kann.

Also werde ich weiter trainieren und mich vor allem auch bei der Streckenlänge vorsichtig weiter vortasten, um zu sehen, wie weit ich meine persönlichen Grenzen wieder verschieben kann. Noch einmal einen Marathon zu laufen (am liebsten New York oder Berlin), das wäre schon ein Traum. Wenn das allerdings nicht mehr gehen sollte, dann kann ich mich damit auch abfinden. Dann setze ich mir neue und andere Ziele.

Zuerst werden in diesem Jahr wahrscheinlich ohnehin die anstehenden Tough Mudder Läufe in den Mittelpunkt rücken. Davon habe ich dieses Jahr drei Stück geplant, um mir endlich das schwarze Stirnband zu holen. Darüber weder ich aber demnächst noch etwas schreiben. Ich denke, dass jeder einmal bei einem Tough Mudder mitmachen sollte oder eben bei einem vergleichbaren Hindernislauf-Event. Wenn Du also Interesse hast, mit mir zusammen in einem Team zu laufen, kannst Du mir gerne eine Nachricht schreiben oder einen Kommentar da lassen.

 

Dein Fazit zum Umgang mit Rückschlägen

Aufstehen, Krone richten und weiter machen. Mit dem richtigen Mindset ist es kein Problem aus einem Rückschlag das Beste zu machen. Versuch in solchen Situationen immer zuerst die nötige Perspektive zu gewinnen und Dir einige Dinge bewusst zu machen, wenn Du einmal nicht den Erfolg hast, den Du Dir gewünscht oder den Du geplant hattest. Dann gelingt es Dir auch weiterhin Deinen inneren Schweinehund zu überwinden und weiter auf Deine Ziele zuzusteuern oder eben ganz neue, erstrebenswerte Ziele zu finden.

Ich wünsche Dir alles Gute und hoffe, dass Du für Dich etwas mitnehmen konntest, wenn Du das nächste Mal einen Rückschlag wegstecken musst.

 

Standhafte Grüße

SigJahn2

Und vergiss nicht: Deine Fitness ist Deine Gesundheit.

 

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2 Comments

  1. Hey Jahn!
    Finde es super, dass du auch Dinge mit uns teilst, bei denen du deine Ziele verfehlt hast. Kommt ja bei dir ohnehin nicht oft vor und zeugt von wahrer Größe, dass man das auch so veröffentlicht.
    Wünsche dir viel Erfolg bei deinen nächsten Vorhaben und dass dein Fuß wieder ganz heil wird und du auch New York oder Berlin nochmal in Angriff nehmen kannst.
    Viele Grüße
    Pat

    • Hallo Pat,
      vielen Dank für das Lob. Ich halte mich mit solchen Dingen ja sonst eher zurück. Auch mir fällt es manchmal nicht leicht, so offen meine Schwächen zu zeigen. Ich hatte jedoch das Gefühl, dass es dem einen oder anderen vielleicht hilft, wenn ich damit offen umgehe und gleichzeitig Tipps dazu geben kann, wie es besser gehen kann.
      Das mit Berlin oder New York wäre schon ein Traum. Mal sehen, ob ich mich da rangetastet bekomme. 🙂
      VG
      Jahn

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