Muskeln – Die Waffe für Deine Gesundheit

Wenn Du an Muskeln denkst, was ist das Erste, das Dir in den Sinn kommt?

Ich habe mal eine kleine Umfrage zu diesem Thema gemacht. 80% der Befragten dachten an einen Bodybuilder, nicht selten an den lieben Arnold.

Woher das kommt, liegt auf der Hand. Bei Arnie sieht man die Muskeln.

Bei der Vorstellung eines muskulösen Menschen hat man niemanden vor Augen, der 50kg Übergewicht hat. Und trotzdem hat auch diese Person die gleichen Muskeln wie Mr. Universum, nur nicht ganz in dem Ausmaß, und schon gar nicht sichtbar.

Heute bringe ich Dir das Verständnis für Deine Muskulatur ein wenig näher, sowie den Grund, warum sie so wichtig für Deine Gesundheit ist.

 

Die Physiologie Deiner Muskulatur

Ein kleiner Exkurs:

  • Die Muskeln bestehen aus vielen Muskelfaserbündeln, die von einer Faszie umschlossen sind
  • Die Muskelfaserbündel bestehen aus vielen Muskelfasern
  • Die Muskelfasern bestehen aus Myofibrillen
  • Die Myofibrillen bestehen aus Sarkomeren
  • Die Sarkomere sind verbunden durch Z-Scheiben
  • In den Sarkomeren befinden sich Aktin- und Myosinfilamente
  • Die Bewegung der Myosin- mit den Aktinfilamenten sorgt für die Kontraktion des Muskels

Das war sehr vereinfacht dargestellt und es sind noch viele andere Prozesse an der Kontraktion beteiligt, aber das ist viel zu tief im Thema. Viel wichtiger ist es mir heute die Muskulatur im Allgemeinen zu betrachten.

 

Was sind Muskeln eigentlich?

Wenn Du an Muskeln denkst, wirst Du Dir wahrscheinlich den Bizeps oder den Bauchmuskel als erstes vorstellen. Aber es gibt Unterschiede in der Muskulatur.

In unserem Körper befinden sich zwei Arten: die glatte und die quergestreifte Muskulatur.

Letztere ist die, die wir mit unserem Willen beeinflussen können, wie z.B. den Bizeps. Auf die glatte Muskulatur, die u.a. in den Arterien, Venen und Hohlorganen zu finden ist, können wir keinen willkürlichen Einfluss nehmen.

Die Muskulatur ist das Organ mit der größten Masse beim Menschen, jedenfalls bei den Meisten. 😉

Der menschliche Körper hat ca. 650 Muskeln, je nach Literatur.

Auch Dein Herz ist ein Muskel!

Dass Frauen nicht so viele Muskeln wie Männer haben, hast Du bestimmt auch schon gehört. Dies ist aber nicht korrekt. Männer und Frauen haben die gleiche Anzahl von Muskeln. Nur sind der Querschnitt und die Größe anders.
Der Querschnitt, die Anzahl an Mitochondrien (Kraftwerke der Muskeln), sowie weitere Faktoren sind der Grund dafür, dass Männer mehr Kraft entwickeln können, als Frauen.

Der stärkste Muskel Deines Körpers ist Musculus masseter, Dein Kaumuskel.

Der größte Muskel Deines Körpers (vom Volumen her) ist Dein Po-Muskel, der Musculus gluteus maximus.

Der Musculus latissimus dorsi, der breite Rückenmuskel, der zu Deutsch „Schürzenbindermuskel“ genannt wird, nimmt die größte Fläche ein.

 

In der Muskulatur befinden sich drei Faser-Typen:

  • weiße Muskelfasern („FT-Fasern = fast twitch). Sie sind dicker, zuständig für die Schnellkraft und ermüden schnell
  • rote Muskelfasern („ST-Fasern = slow twitch). Sie sind dünner, zuständig für die Kraftausdauer
  • „intermediäre“ Fasern. Sie können nicht eindeutig zugeordnet werden, da sie sich durch unterschiedliches Training in FT- oder ST-Fasern verändern lassen

 

Die Aufgaben Deiner Muskulatur

Abgesehen davon, dass der menschliche Körper für die meisten attraktiver wirkt, wenn die Muskulatur zu sehen ist, haben Deine Muskeln folgende Aufgaben:

  • Stützung und Bewegung
  • Schutz von Körperstrukturen
  • Energieumsatz
  • Wärmeproduktion

Folgende Punkte sind eher Effekte, als Aufgaben:

  • Straffung der Haut, somit Vorbeugung oder Bekämpfung von Cellulite
  • Stärkung der Knochen durch Bewegung
  • Herz-Kreislauf Stabilisierung
  • Vorbeugung vieler Erkrankungen, wie z.B. der Organe (Verfettung)
  • Demenz-Prophylaxe durch regelmäßiges Krafttraining

Allzeit bereit. In der Muskulatur befindet sich durchweg eine geringe Spannung, den sog. Grundtonus. Dieser ermöglicht es uns, jederzeit willkürliche Bewegungen durchzuführen. Somit kommen wir zu der Funktion:

 

Die Funktion Deiner Muskeln

Die einzelnen Muskeln gehen von einem Knochen zum anderen, überbrücken dabei ein oder zwei, manchmal sogar noch mehr Gelenke und sorgen durch ihr Zusammenziehen für eine Bewegung im Gelenk.

Agonist und Antagonist, Spieler und Gegenspieler. So werden Muskeln bezeichnet, wenn es um Bewegungen in zwei verschiedene Richtungen geht. Um Dir dies etwas genauer zu erklären, nehmen wir das Beispiel Oberarm.

Aufgabe: Arm beugen.

Wenn Du Deinen Arm beugst, macht dies Dein Bizeps. Dadurch wird er als Agonist bezeichnet.
Somit ist der Trizeps der Antagonist, denn er würde den Arm wieder strecken.

Da die Bewegungen aber meistens nicht zwei-, sondern dreidimensional stattfinden, werden weitere Muskeln für die Bewegung hinzugezogen, die dann entweder als zusätzlicher Antagonist, oder als Synergist arbeiten.

Bei dem Thema Agonist und Antagonist kommt man schnell in eine Diskussion, die mit einer speziellen Trainingsmethode und dem Dehnen zu tun hat. In einem späteren Artikel werde ich Dir dies genauer erklären.

 

Muskeln und Training

Nach Fettabbau bzw. Reduktion des Körpergewichtes ist der Muskelaufbau der Grund für den Beginn mit dem Sport. Hier gibt es unterschiedliche Ziele. Der Eine möchte so viele Muskeln aufbauen, damit er nicht mehr durch die Tür passt, der Andere wiederum will nur seine Rückenschmerzen bekämpfen.
Egal welches Ziel Du auch immer verfolgst, eine kräftige Muskulatur gehört zu einem gesunden Leben.

Durch das Training passiert Folgendes:

  • Verbesserung der Koordination, besseres Zusammenspiel zwischen dem ZNS (Zentralen Nervensystem) und der Muskulatur
  • Anpassung des Herz-Kreislauf-Systems
  • Verbessertes Zusammenspiel zwischen den Muskeln (intermuskulär) sowie innerhalb der Muskeln (intramuskulär)
  • Vermehrung von Glykogen- und Fettspeicher, der Mitochondrien und der Enzyme für Fett- und Zuckerabbau im Muskel
  • Laktosetoleranz. Die Fähigkeit trotz erhöhter Milchsäureproduktion weiter Arbeit leisten zu können
  • Hormonausschüttung. Wachstumshormone, sowie Glückshormone, werden ausgeschüttet

Abgesehen von diesen physiologischen Auswirkungen hat das Training einen ganz einfachen, positiven Effekt: Du fühlst Dich gut danach. Und dies nicht nur aufgrund der ausgeschütteten Glückshormonen, sondern weil Du etwas Gutes für Dich getan hast und stolz auf Dich sein kannst.

 

Was Du machen solltest

Trainieren, was sonst? 😉 Nein, im Ernst. Das Trainieren Deiner Muskeln ist für Dich vielleicht ein rein optischer Aspekt, doch solltest Du nach dem Lesen dieses Artikels auch die gesundheitlichen Vorteile erkennen.
Die Trainingsvariante ist wichtig für das Ziel, das Du Dir gesetzt hast. Die Stärkung Deines Bewegungsapparates ist das Fundament für einen gesunden Körper.

Am besten informierst Du Dich in den folgenden Artikeln über die Grundlagen der wichtigsten Trainingsarten:

 

Bis zum nächsten Mal mit sportlichen Grüßen,
Sig-Dustin-2
Vergiss nicht: Ob Training oder Ernährung, Deine Gesundheit steht immer an erster Stelle!

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