Ist Fett gleich Fett ? – Was Du täglich mit Dir rumschleppst

Du bist fett. Der Fettgehalt Deines Körpers ist zu hoch. Wird hier das Gleiche beschrieben, oder gibt es beim Thema Fett Unterschiede?

Grund Nr. 1 für das Abnehmen und den Start in eine Diät, ist die zu große Körperfülle, der Speck, die Röllchen oder das Hüftgold – Kurz gesagt: Das Fettgewebe.
Aber was ist das Fettgewebe? Wozu ist es da? Ist Fett gleich Fett, oder gibt es verschiedene Formen?

Im heutigen Artikel werde ich das fettige Bild etwas klarer machen.

 

Das Fettgewebe

Das Fettgewebe ist eine Form des Bindegewebes, welches dafür verantwortlich ist, dass Du Dich für das Thema Diät interessierst und Du diesen Artikel liest. Es ist das, was Du nicht so gerne besitzt, sich nicht gut anfühlt. Etwas, das ganz einfach stört.

Es gibt zwei Formen:

Das, was Du als Fettgewebe bezeichnest, ist das Fett, das sich über den Muskeln und unter der Haut befindet – das sog. „Subkutane Fett“.
Dieses Gewebe ist für die Fettspeicherung in den Fettzellen zuständig. Bis etwa zum Alter von 12 Jahren bilden sich Fettzellen, dann ist diese Phase abgeschlossen. Eine Fettzelle kann Lipide (u.a. Fettsäuren) bis zu einer bestimmten Menge speichern (incl. ca. 10% Wasser). Wenn alle Fettzellen des Körpers „voll“ sind, bildet der Körper neue Zellen, um weitere Lipide speichern zu können.
Evolutionär gesehen ist dies eine tolle Sache, denn so kann immer die gesamt zugeführte Energie gespeichert werden. Nur ist es leider nicht möglich, neugebildete Fettzellen wieder abzubauen. Einmal da, bleiben sie für immer.

Eine weitere Form ist das „Viszerale Fett“. Dieses ist das weitaus schlimmere Fettgewebe. Es liegt unterhalb der Muskelschicht im Bauchraum, zwischen den Organen und wird auch als Bauchfett bezeichnet.
Grundsätzlich ist es natürlich nicht schlimm, da es auch Aufgaben hat wie den Schutz der Organe. Aber je höher der Anteil des Viszeralen Fettes ist, desto größer ist die Gefahr von Erkrankungen wie Diabetes, Herzerkrankungen und Schlaganfall.

Mit der Messung des Bauchumfangs hat man eine Richtlinie, wie hoch das Bauchfett ist. Eine genauere Messung ist die Körperfettwaage*. Außerdem hast Du dann gleich weitaus mehr Informationen!
Bei Tanita wird das Bauchfett in einem Organ-Fett-Index aufgezeigt, dessen Werte von 1-12 ein niedriges Risiko und Werte zwischen 13-59 ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen bedeuten.

 

Die Aufgaben des Fettgewebes

Das Fettgewebe hat viele Aufgaben, u.a. Schutz der Organe, Wärmeisolierung und Hormonproduktion, sowie die Energiegewinnung und –speicherung. Auf die beiden letzten Aufgaben gehe ich heute genauer ein:

Die Energiegewinnung.
Wenn Energie benötigt wird, mobilisiert der Körper sowohl Kohlenhydrate als auch Fette zur Energiegewinnung. Da es für den Körper leichter ist Kohlenhydrate zu verstoffwechseln, ist der Anteil größer als der Fette.
Werden Fette nicht über die Nahrung zugeführt, bedient sich der Körper seiner Reserven. Das ist das, was Du beim Abnehmen möchtest! 😉

Die Energiespeicherung.
Das Fettgewebe dient zur Speicherung der Lipide, die nach ihrer Aufspaltung für den Energieumsatz zur Verfügung stehen.

Die Speicherung hat aber ästhetische Folgen. Je mehr der Körper speichert, desto voller werden die Fettzellen. Also wirst Du dicker. Und der Körper hat seine ganz eigenen Lieblingsstellen, wo er das Fett als erstes speichert:

 

Die Problemzonen

Jeder hat seine Problemzonen und genau da möchte man dann auch ganz gerne abnehmen. Bei Männern ist es meistens der Bauch, Frauen eher an den Hüften. Aber kann man gezielt abnehmen? Kann ich dafür sorgen, dass mein Rettungsring verschwindet, während ich im Gesicht aber nicht schmaler werde? Die Antwort hierauf ist ein klares: Nein.

Wo das Fett gespeichert wird und wo es bei Bedarf als erstes abgebaut wird, ist genetisch bedingt. Daher kannst Du keine gezielten Übungen machen, wie z.B. Crunches, um einen flachen Bauch zu bekommen.
Um dem flachen Bauch näher zu kommen, hilft Dir die Eigenschaft des viszeralen Fettes. Es ist sehr aktiv, was bedeutet, dass der Auf- und Abbau schnell geschieht. Bei erhöhter körperlicher Betätigung werden sehr schnell diese Reserven benutzt.

Im Artikel über den BMI habe ich Dir verschiedene Tabellen gezeigt, wo sich der durchschnittliche Fett- und Muskelanteil befindet. Hier kannst Du Dich anhand der Bereiche orientieren, ob Dein Körperfettanteil sich im gesunden Bereich befindet, oder ob Du etwas ändern solltest.

Bedenke Folgendes: Wenn wir älter werden, speichert der Körper vermehrt Fett. Dies ist ein zusätzlicher Grund im zunehmenden Alter mehr Sport zu machen.

Da das Thema Fett ein sehr ausführliches ist, werde ich darauf im meinem Dreiteiler Makronährstoffe noch einmal darauf eingehen.

 

Warum Du dick bist

Dein Übergewicht kann viele Ursachen haben. Sei es die Unwissenheit über gesunde Ernährung, die fehlende Bereitschaft etwas zu ändern, Stress oder eine Essstörung.

Aber der Hauptgrund wird wahrscheinlich die falsche Ernährung sein, weswegen Du ja auch unseren Blog liest, um diese endlich in eine gesunde Ernährung umzustellen und um das Ziel zu erreichen, dass Du schon so lange vor Augen hast.

Aber es gibt noch weitere Ursachen, wie z.B. Erkrankungen oder die Gene.

 

Die Erkrankungen

Die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist die häufigste Erkrankung, wenn Organe die Ursache für eine Gewichtszunahme sind.
Symptome sind Gewichtszunahme, Müdigkeit, Depression, Haarausfall und vermehrte Kälteempfindlichkeit. Sollten diese Symptome auf Dich zutreffen, dann solltest Du einen Arzt aufsuchen, um dies abzuklären.
Nach der optimalen Einstellung der Medikamente, wird es Dir wieder leichter mit der Gewichtsabnahme fallen.

Eine weitere Erkrankung ist Diabetes Mellitus Typ II. Hier ist der der Stoffwechsel aufgrund des Insulinmangels gestört. Da Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit) Gründe für Typ II sein können, verbessert sich der Stoffwechsel bei Gewichtsabnahme.

 

Deine Gene sind schuld

Als Begründung für das Übergewicht werden die Gene gerne als Ausrede benutzt. Tatsächlich stimmt, dass Adipositas unter den Erberkrankungen aufgeführt wird.

Im Universitätsklinikum Lausanne wurde herausgefunden, dass der Defekt auf dem Chromosom 16 liegt. 0,7%  der fettleibigen Menschen haben diesen Defekt. 0,7%!
In der Studie wurden 16.000 Menschen untersucht. Um realistisch den prozentualen Anteil aller Übergewichtigen der Welt zu sehen, muss von einer geringern Zahl ausgegangen werden. Denn laut Emmanuela Gakidou von der University of Washington wogen im Jahr 2013 bereits 2,1 Milliarden Menschen zu viel.

Solltest Du also etwas Hüftgold mit Dir rumschleppen, ist die Wahrscheinlichkeit eher gering, dass Deine Gene dafür verantwortlich sind. Viel wahrscheinlicher ist Deine Lebensführung! 😉

 

Dein Fazit

Wie Du siehst, ist Fett nicht automatisch gleich Fett. Beim Reduzieren des Körperfettanteils werden beide Arten des Fettgewebes reduziert, ganz besonders das Bauchfett.
Mit einer gesunden Ernährung verbesserst Du die Werte des subkutanen sowie viszeralen Fettes und bist damit Deiner Gesundheit einen Schritt näher.

 

In diesem Sinne, bis nächsten Donnerstag,
Sig-Dustin-2
Vergiss nicht: Ob Training oder Ernährung, Deine Gesundheit steht immer an erster Stelle!

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6 Kommentare

  1. Hi Dustin,

    sehr ausführlicher und wichtiger Artikel, wie ich finde.
    Dick sein wird heute meist als rein ästhetischer Problem angesehen. Erst wenn es wirklich kritisch wird, werden die gesundheitlichen Aspekte ernst genommen.

    Ich glaube vor kurzem gelesen zu haben, dass wir im Bereich Fettleibigkeit nicht mehr allzu weit hinter Amerika liegen? Bin mir hier aber nicht sicher, wie diese Werte zustande kamen.

    Mit Körperfettwaagen habe ich keine allzu guten Erfahrungen gemacht. Hier kommen doch teilweise stark abweichende Werte raus, oft mehrere Prozentpunkte nach wenigen Stunden. Als viel akkurater und preiswerter hat sich für mich der Caliper erwiesen. Eine einfache Zange aus Plastik oder Metall, mit der sich an verschiedenen Stellen Hautfalten messen lassen. Diese Werte werden in eine Formel eingetragen und geben einen ziemlich guten Anhaltspunkt aus.

    Beste Grüße
    Tony

    • Hi Tony,

      vielen Dank! Ich sehe das genauso, daher wird Ende April auch noch ein Artikel über das Thema „Adipositas“ erscheinen.

      Das mit der Waage stimmt schon, 100%ig genau sind sie nicht, aber sie geben mir eine ungefähre Richtlinie. Wenn ich mich mehrmals hintereinander mit meiner Waage messe, liegen die Ergebnisse auch schon recht nach beieinander. Bei anderen Waagen war das Resultat doch schon extrem unterschiedlich. Daher kann ich diese Waage auch ohne Probleme empfehlen.
      Wenn man ein genaues Ergebnis haben möchte, sollte man sich eine Woche lang, jeden Morgen nach dem Aufstehen, wiegen und dann den Durchschnitt nehmen.
      Im Artikel über den BMI habe ich ja auch Caliper erwähnt. Da ich aber eher faul bin, finde ich es besser, mich einfach auf eine Waage zu stellen…! 😉

      Viele Grüße,
      Dustin

  2. Mit Körperfettwagen und Caliper habe ich auch keine guten Erfahrungen gemacht. Zu viele Ungenauigkeiten und Abweichungen. Mit dem Caliper muss man sich auch auskennen. Nach 7 Durchschnittsmessungen einer zweiten Person kommt man annähernd auf einen halbwegs genauen Wert.

    So lange man aber hauptberuflich kein Profisportler ist, tut es auch der Spiegel, die Hose oder sogar die Navy-Methode 😉

    • Hallo Falco,

      um mit einem Calipper objektiv gute Ergebnisse zu bekommen braucht man einige Erfahrung. Wenn man aber etwas Routine hat sind die Ergebnisse auch recht genau.
      Für die meisten Menschen sollte aber eigentlich eine gute Waage auch ausreichen. Am Ende geht es ja vor allem um die richtige Tendenz.

      Viele Grüße
      Jahn

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