Sport ist Mord – Wie falsches Training Dich umbringen kann

Es gibt eine hohe Anzahl an Todesursachen, auch Training kann eine Ursache sein. Neben offensichtlich gefährlichen Sportarten wie Base-Jumping, Eistauchen oder Motorsport sind diverse Situationen der Grund, warum es im Sport häufig zu schweren Verletzungen oder gar zu Todesfällen kommen kann.

In diesem Artikel möchte ich Dir selbstverständlich keine Angst machen, noch möchte ich dich davon abbringen, Sport zu treiben.

Fitness in Dein Leben zu integrieren und als dauerhaften Bestandteil des Alltages zu sehen, ist und bleibt unser Rat an Dich!

Mir geht es lediglich darum, Dich auf verschiedene Dinge aufmerksam zu machen, damit Deine Fitness das bleibt, was sie sein sollte: ein Teil des Alltages, der zu Deiner Gesundheit beiträgt.

 

„Fitness brauche ich nicht, denn Sport ist Mord!“

Haben noch viele Menschen in ihrer Jugend Sport getrieben, lässt dies beim Eintritt in das Berufsleben nach.
Die tägliche Belastung durch Stress bei der Arbeit ist meistens der Grund, warum auf den Gang ins Fitnessstudio verzichtet wird. Um sich das schön zu reden, wird der Spruch „Sport ist Mord“ nur zu gerne benutzt.

Am Anfang kann der Körper noch so einiges kompensieren, doch lässt dies mit jedem weiteren Lebensjahr nach.
Werden dann Schmerzen ein Teil des Lebens, ist die Bereitschaft für Fitness zu machen wieder größer. Der Sport soll Dir dann helfen, die Schmerzen zu beseitigen, wieder fitter zu werden und vielleicht das eine oder andere Kilo zu verlieren.

Ich werde Dir heute einige Ursachen und Situationen aufzählen, die Du beim Sport vermeiden solltest, damit Dein Training nicht ins Gegenteil schlägt.

 

Die häufigsten Ursachen für Todesfälle im Sport

Der Plötzliche Herztod beim Sport (PHT) ist eine häufige Ursache für Todesfälle im Sport. 2 von 100.000 Sportlern erleiden einem PHT, Männer mit 90% ganz klar gefährdeter als Frauen.
Sterben jährlich ca. 100.000 Deutsche an einem PHT, ist Sport bei ca. 900 die Ursache.
Ein junger Sportler hat ein 2,5 Mal höheres Risiko einem plötzlichen Herztod zu erleiden, als ein Nichtsportler. Dieses Risiko steigt mit dem Älter-Werden.

Dem PHT liegt eine bestehende Herzerkrankung vor. Bei Wettkampfsportlern ist eine Verdickung des Herzmuskels (Hypertrophe Kardiomyopathie) zu ca. 46% die Ursache. Die Herzmuskelentzündung (Myokarditis) ist mit 7% für den PHT verantwortlich.

 

Wie kommt es zu diesen Herzerkrankungen?

Hypertrophe Kardiomyopathie

Die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) gehört zu der Gruppe der Kardiomyopathien (Erkrankungen des Herzmuskels). Es handelt sich hierbei um eine Vergrößerung des Herzmuskels, meistens der linken Herzseite (asymmetrische Verdickung). Diese Erkrankung ist angeboren und irreversibel.

Oft wird das so genannte Sportlerherz (Sportherz, Athletenherz) mit der HCM verwechselt. Bei dem Sportlerherz handelt es sich ebenfalls um eine Vergrößerung des Herzmuskels (symmetrisch), nur ist diese nicht pathologisch (krankhaft), sondern durch das Training erworben.

Myokarditis

Mehrere entzündliche Erkrankungen des Herzmuskels mit verschiedenen Ursachen finden sich unter dem Begriff Myokarditis.

In über 50% der Fälle sind Viren die Ursache für die Entzündung.

Die Myokarditis wird sehr unterschätzt. Das größte Problem, das Sportler und Fitness Freaks haben, ist der Ehrgeiz.
Wenn Du krank bist, z.B. erkältet, lautet die Richtlinie: Aussetzen und die Erkältung auskurieren.
Auskurieren! Das bedeutet, dass Du erst wieder mit dem Sport weitermachen darfst, wenn Dein Körper völlig genesen ist.
Dies kann unter Umständen lange dauern, z.B. aufgrund einer Grippe.
Manche warten nur, bis sie wieder Luft durch die Nase bekommen. Ich kenne sogar Sportler, die sich Schmerzmittel einwerfen und mit Nasenspray für die Gewährleistung der Sauerstoffzufuhr sorgen.
Der normal-denkende Mensch merkt hier, dass das nicht gesund sein kann.

Sportler denken leider anders. Sie sehen den Erfolg schwinden, haben Angst, die Motivation zu verlieren.

Dieses Denken ist sehr gefährlich. Ist der Körper noch nicht 100%ig genesen, besteht die Gefahr, dass sich die Viren durch die Belastung wieder vermehren und den Herzmuskel angreifen.

Die Todesursache Myokarditis beim Sport ist also absolut vermeidbar. Warte daher ab, bis Dein Arzt Dir das Go für Sport erteilt.

Doping

Dass Doping gesundheitsgefährdend ist, ist schon seit über 50 Jahren bekannt. Im Radsport ist Tom Simpson am 13. Juli 1967 in der 13. Etappe der Tour de France kollabiert und starb.

Und dass Doping im Zusammenhang mit dem oben genannten PHT steht, wird schon seit Jahrzehnten vermutet. Viele verschiedene Doping-Mittel können das Herz schädigen, ganz besonders sind es die Wachstumshormone und Anabolika.

Vielleicht hast Du das Ziel, enorme Muskelberge aufzubauen. Du solltest Dir aber im Klaren sein, dass Du Deine Gesundheit enorm aufs Spiel setzt.
Ist das Herz erst einmal geschädigt, kannst Du es nicht wieder rückgängig machen. Und Deine hart antrainierten Muskeln wirst Du dann auch wieder verlieren.

Gesundheit an erster Stelle!

Es gibt noch weitere Herzerkrankungen sowie Geburtsfehler, die die Ursachen für PHT sind.
Gehe daher regelmäßig zum Arzt und lasse einen Check-Up machen.

Aneurysma

Ein Aneurysma ist eine Erweiterung (oder Aussackung) einer Arterie. Am häufigsten sind degenerative Gefäßerkrankungen die Ursache (80% davon die Arteriosklerose). Traumata (Verletzungen durch Gewalteinwirkung), Infektionen und Entzündungen sind weitere Ursachen.

Ein Aneurysma kann sich in Deinem Körper befinden, ohne dass Du Dir dessen bewusst ist!

Die Gefahr bei einem Aneurysma liegt in der Ruptur (Riss). Ruptiert ein Aneurysma, kann dies zum Tod führen.

Was hat das Ruptieren eines Aneurysmas mit Sport zu tun? Ganz einfach:

Das beliebte Luft-Anhalten beim Trainieren.

 

Das Valsalva Manöver

Unter diesem Begriff verbirgt sich das Auspressen der Luft gegen geschlossene Nase und Mund. Diese Methode wird in der Medizin verwendet, bei bestimmten Untersuchungen. Auch beim Sport wird sie benutzt, wie z.B. für den Druckausgleich beim Tauchen.

Beim harten Krafttraining benutzen die Trainierenden das Valsalva Manöver, um durch den inneren Druck mehr Spannung aufbauen zu können. Dadurch ist es möglich, mehr Gewicht zu heben.

Jetzt stell Dir mal vor, Deine Gefäßwände sind nicht mehr in optimalem Zustand. Durch das Luft-Anhalten entsteht ein enormer Druck in Deinem Körper. Dieser Druck kann dazu führen, dass die Gefäßwand diesem nicht standhalten kann und reißt. Je nach Körperregion führt das Einbluten in das Gewebe langsam oder schnell zum Tod.

Also lautet mein Rat: immer schön atmen! 😉

 

Zu Tode getrunken

Du sollst täglich viel trinken. Diesen Rat erhältst Du praktisch von jedem, der im Gesundheitswesen tätig ist.

Nur wie wird hier viel definiert? Richtwert sind 2 Liter möglichst reines, stilles Wasser. Sportler sollten, je nach Trainingsintensität, ca. 2 Liter zusätzlich trinken.
Aber zu viel trinken kann auch gefährlich sein. Laut einem Artikel der Süddeutschen Zeitung kollabierte ein 30-jähriger nach der Ziellinie vom Ironman und verstarb drei Tage später. Er hatte zu viel Wasser getrunken, so viel, dass die Salzkonzentration des Körpers die Verteilung nicht mehr regeln konnte und vermehrt Wasser in die Zellen gelang. Dies führte zu einer Schwellung und Unterbindung der Blutzufuhr.

Thrombose

Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einem Gefäß, meistens in den Venen der unteren Extremitäten.

Was hat eine Thrombose mit Tod beim Sport zu tun?

Der Thrombus kann ein Gefäß verschließen und die Blutzufuhr abschneiden. Aber er kann sich auch lösen und wandern.

Hier zwei Folgen eines gelösten Thrombus:

  • Embolie: Die Lungenembolie ist eine mögliche Folge der Thrombose, die tödlich enden kann. Bei der Lungenembolie löst sich der Thrombus und wandert in die Lunge, wo er wichtige Gefäße verschließt. Es kommt meist zu einer akuten Atemnot. Eine starke Erhöhung des Druckes auf die rechte Herzseite kann zum Versagen des Herzens führen.
  • Schlaganfall: Der Ischämische Schlaganfall (Ischämie = Minderdurchblutung) kann ebenfalls die Folge einer Thrombose sein. Hierbei werden wichtige Gehirn-Gefäße verschlossen.

 

Früher Tod durch schwache Muskulatur

Eine Studie des Institutes für Epidemiologie II des Helmholtz Zentrum München, der Ludwig-Maximilians-Universität, der Technischen Universität München und dem Klinikum Augsburg kam zu dem Schluss, dass eine Kraftleistungsschwäche häufig die Ursache für schwerwiegende Stürze und Funktionsdefizite sei.

Aber brauchst Du hierfür wirklich eine Studie als Beweis? Ist es nicht logisch, dass ein starker Körperbau gesünder ist als ein schwacher?

 

Weitere Gefahren, die beim Training auf Dich lauern

Neben den vorher genannten Ursachen, warum „Sport ist Mord“ ab und zu doch stimmt, gibt es noch weitere, die zumindest ein hohes Verletzungsrisiko birgen und oft unterschätzt werden:

  • Hitzschlag. Steigt die Körpertemperatur über 40°, spricht man von einem Hitzschlag. Hier kommt es zu einem Gehirnödem, welches zu Langzeitschäden oder zum Tod führen kann. Selbst Sonnenstiche führten in wenigen Fällen zum Tode.
  • Dehydration. Wie Du oben gelesen hast, ist zu vieles Trinken gefährlich. Zu wenig aber auch. Enormer Flüssigkeitsmangel ist auch eine Ursache für Todesfälle beim Sport. Daher noch einmal die Richtlinie: 2 Liter Wasser täglich!
  • Utopische Übungen. Du hast bei YouTube eine sensationelle Übung gesehen, höchst anspruchsvoll und effektiv. Oft werden Dir hier aber Übungen gezeigt und vorgeschlagen, die schon in korrekter Ausführung sehr gefährlich sind (z.B. der Stand auf einem Gymnastikball kombiniert mit Schulterdrücken). Die Wahrscheinlichkeit, an diesen Übungen zu sterben, ist eher gering. Dennoch ist die Gefahr für gravierende Verletzungen enorm.
  • Allein trainieren. Am Training ohne Partner ist grundsätzlich nichts auszusetzen. Ich persönlich trainiere auch lieber allein. Aber wer z.B. richtiges Hypertrophietraining (Muskelaufbau) für seine Brust machen will, benutzt gerne das Bankdrücken. Damit Dein Muskel wächst, musst Du Deinem Muskel einen Reiz geben, den er noch nicht bekommen hat – also mehr Gewicht.
    Liegst Du nun auf der Bank und versuchst vergeblich, die letzte Wiederholung durchzuführen, kann das enorme Gewicht zur Falle werden, wenn Dir keiner zur Seite steht.
  • Vollgas. Oft sehe ich frisch getankter Motivation alles geben – und mit alles meine ich auch wirklich alles. Sie geben ohne jegliche Vorbereitung 100%. Der Ein oder Andere kippt dann schon mal um, manchmal auch bewusstlos. Im Fitness Studio sind dann genügend Leute anwesend, die helfen können. Aber outdoor sieht das anders aus.
  • Outdoor. Ganz besonders, wenn Du allein im Wald oder im Dunkeln laufen gehst, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass Dir niemand in einer Notsituation helfen kann. Besonders Anfänger sind hier gefährdet. Solltest Du Dich trotzdem hierzu entscheiden, so rate ich Dir, ein Handy dabei zu haben sowie jemandem über die Strecke und die Dauer zu informieren. Sicherheit geht vor!
  • 24h – Studios. Je nach dem, wie Dein Alltag aussieht, kannst Du nur spät abends oder gar nachts trainieren. Zu dieser Zeit ist aber keine Betreuung auf der Fläche. Solltest Du allein trainieren und die anwesenden Personen sind gerade mit etwas anderem beschäftigt, kann dies böse enden.
  • Gewitter. Egal welche Sportart, wirklich vollkommen egal. Bei einem Gewitter solltest Du Dich in Sicherheit bringen. Viele Menschen unterschätzten die Gefahr und waren der Überzeugung, dass ihnen nichts passiert. Sie haben für diese Fehleinschätzung mit ihrem Leben bezahlt.
    Zwar kannst Du einen Blitzeinschlag überleben (ich kenne persönlich eine Frau, die einen überlebt hat und in „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ hat ein Mann gleich sieben Einschläge überlebt 😉 ), dennoch ist Vorsicht geboten.

 

Wie Du am leben bleibst

Sport ist Mord! behauptet der Sportmuffel.

Du hast durch diesen Artikel gesehen, dass dieser Spruch zwar seine Existenzberechtigung hat, aber nur in gewissem Maße.
Fitness muss ein Teil Deines Lebens sein. Dennoch ist es wichtig, auf die unterschiedlichen Hinweise zu achten und dafür zu sorgen, dass Deine Gesundheit gewährleistet ist.

Zwar ist die Gefahr, beim Training zu sterben, verhältnismäßig gering. Dennoch solltest Du grundlegend aufpassen, wie die Übungen ausgeführt werden. Achte daher darauf, dass Du bei Hypes wie Freeletics die korrekte Ausführung aller Übungen beherrschst. Ganz besonders solltest Du vorsichtig sein, was die Fitness-Experten im Fitness Forum schreiben. Hier ist das Risiko, dass Du Dir ganz schnell eine Fehlhaltung antrainierst extrem hoch und Folgeschäden sind vorprogrammiert.
Bis zum nächsten Mal mit sportlichen Grüßen,
Sig-Dustin-2
Vergiss nicht: Ob Training oder Ernährung, Deine Gesundheit steht immer an erster Stelle!

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