BMI – Perfekter Körper nach Maß

Dein eigener perfekter Körper, festgelegt durch eine Formel. Ist der BMI wirklich eine Richtlinie für Dich, oder gibt es etwas Besseres?

Wer entscheidet, welches Gewicht Du haben solltest? Wer legt fest, wie die Verteilung von Muskeln, Fett, Wasser, Knochen und Organen sein sollte? Kann es überhaupt sein, dass es eine grundlegende Formel gibt, die alle Menschen schlicht und einfach „berechnet“ und sagt, ob wir ein gutes Gewicht haben oder nicht?

Jeder hat schon einmal vom BMI gehört, aber was genau ist es und was für Methoden gibt es noch?

 

Was ist der BMI

Der Body Mass Index, kurz BMI, wurde im Jahre 1832 entwickelt und wird als Standard für jeden Menschen genommen. Es ist eine Formel, durch dessen Ergebnis jeder Mensch ganz einfach in eine Schublade geschoben werden kann. Die Formel (kg/m²) errechnet folgende Unterteilungen:

Die BMI-Klassifikation nach der WHO (Stand 2008):

Tabellle---BMI-900

Aufgrund dieser einfachen Tabelle kann ganz einfach festgelegt werden, ob Dein Körper „in Ordnung“ ist, oder ob Du abnehmen solltest.

Nehmen wir mal ein Beispiel aus meinem Studio:

Ein Mann, 32 Jahre, 1.83m, 95kg schwer. Nach der Formel ergibt sich das Ergebnis 28,37. Das heißt, dass der Mann im Bereich Präadipositas liegt, was bedeutet, dass er kurz vor der Fettleibigkeit steht.
Was ist aber, wenn ich Dir sage, dass dieser Mann einen Körperfettanteil von nur 12% hat und das Gewicht an den antrainierten Muskeln liegt. Dann kann wohl kaum von beginnender Fettleibigkeit gesprochen werden.

Du siehst, dass die Formel absolut gar nichts über einen Menschen aussagt. Wenn man aber generell von untrainierten Menschen ausgeht, dann ist die Tabelle eine gewisse Richtlinie, aber jeder einzelne Mensch sollte trotzdem individuell betrachtet werden.

Wenn man also mit dem BMI keine aussagekräftige Beurteilung machen kann, womit dann?

 

Waist-to-Height Ratio

Eine weitere Berechnungsmethode ist Waist-to-Heigth Ratio (WHtR). Es bezeichnet das Verhältnis zwischen Taillenumfang und Körpergröße.
Im Gegensatz zum BMI soll hiermit eine bessere Aussage über die Verteilung des Körperfetts getroffen werden.
Berechnet wird der Wert aus Taillenumfang geteilt durch die Körpergröße.

Tabellle---WHtR

 

Waist-to-Hip-Ratio

Noch eine Methode. Der WHR errechnet sich aus: Bauchumfang geteilt durch Hüftumfang. Sowohl der WHtR, als auch der WHR geben eine größere Aussagekraft bezüglich der gesundheitlichen Relevanz von Übergewicht, im Gegensatz zum BMI.

Tabellle---WHR

 

Bauchumfang

Zuletzt eine ganz simple Berechnung, die des Bauchumfangs. Es ist eine einzige Messung mit dem Bandmaß und soll auf das Viszeralfett (im Bauchraum liegendes Fett) schließen lassen.
Gemessen wird er zwei Zentimeter unterhalb des Bauchnabels, an der dicksten Stelle des Bauches.
Tabellle---Bauchumfang

BMI, WHtR, WHR und Bauchumfangsmessung: Alles Methoden um darauf zu schließen, wie gesund Du bist. Aber solltest Du Dich nach ihnen richten?

 

Körperfett

Die Antwort lautet: Nein. Es ist viel wichtiger, wenn Du auf den Körperfettanteil (KFA), sowie dessen Verteilung achtest. Um dies herauszufinden, empfehle ich Dir eine Fettanalysewaage. Diese kann Dir viele verschiedene Ergebnisse liefern, wie den Körperfettanteil, Muskelmasse, Organfett, Wassergehalt.
Achte beim Kauf bitte darauf, dass sie nicht nur Fußsensoren hat. Die Waage misst mit Strom und dieser geht immer den kürzesten Weg, also hier von einem Bein zum anderen. Dadurch wird der Oberkörper nicht mit gemessen.
Ich benutze die Tanita BC 545* bei meinem Personal Training. Sie hat zusätzlich Handsensoren, wodurch der ganze Körper gemessen wird. Sie zeigt recht stabile Werte an und Du kannst Dich nach ihr gut richten, wenn Du Deinen Diät- und Trainingsverlauf verfolgst.
Alternativ wäre noch Caliper* eine Messmethode, die zudem auch sehr günstig ist, dafür aber etwas umständlicher und zeitaufwendiger.

Hier hast Du eine Übersicht, ob sich Dein KFA im Normbereich befindet, oder ob Du etwas tun solltest

Tabellle---KFA-1000

 

Muskualtur

Der Anteil der Muskulatur ist von enormer Bedeutung. Sie schützt unseren Körper, bewegt ihn, ist ein Wärmeisolator und sieht auch noch gut aus (jedenfalls, wenn sie sich unter der Haut abbildet und nicht unter einer Fettschicht versteckt bleibt).

Wenn Du mehr Muskulatur aufbauen möchtest empfehle ich Dir unseren Artikel über das  Hypertrophie-Training.

Auch für den Muskelanteil gibt es Richtwerte:

Tabellle---Muskulatur

 

Konfektionsgröße

Übrig bleibt dann noch die Konfektionsgröße. Da es den Rahmen sprengen würde, auch hier  Tabellen zu zeigen, soll nur eins gesagt sein. Du solltest Dich auf gar keinen Fall nach einer bestimmten Zahl richten. Jede Marke hat einen anderen Schnitt. Wichtig ist nur, wie Dir die Kleidung steht und wie Du Dich darin fühlst!

 

Dein Fazit – Wonach solltest Du Dich richten?

Wenn Du herausfinden möchtest, ob Dein Gewicht „in Ordnung“ ist, dann solltest Du Dich nicht nach den Formel und deren Klassifikationen richten.
Achte auf einen gesunden Körperfettanteil, sowie eine gute Muskulatur und was am Wichtigsten ist: Fühl Dich wohl!

 

In diesem Sinne, bis nächsten Donnerstag,

Sig-Dustin-2

Vergiss nicht: Ob Training oder Ernährung, Deine Gesundheit steht immer an erster Stelle!

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